Lemming

Lemming

Der Eröffnungsfilm der 58. Filmfestspiele von Cannes war seltsam – es nicht einfach, ihn in eine Kategorie zu packen. Der Film ist witzig, traurig, verwirrend und dramatisch zugleich. Es geht um Alain Getty, der für ein Unternehmen arbeitet, welches Produkte für den Haushalt herstellt. Sein neuestes Produkt ist eine fliegende Webcam, mit der man sein Haus jederzeit und von überall kontrollieren kann.

Sein eigenes Leben hat er allerdings nach einem Vorfall mit einem Lemming nicht mehr unter Kontrolle, und plötzlich weiß weder der Zuschauer, noch er selber, was eigentlich gerade passiert. Weitere wichtige Figuren in diesem verwirrenden Spiel sind sein Boss, dessen exzentrische Ehefrau und seine eigene Ehefrau. Dauernd wendet sich die Story, und rennt von Vorfall zu Vorfall, ohne etwas richtig zu erklären. Beispiel: Diese exzentrische Ehefrau seines Boss versucht ihn zu verführen, schafft es aber nicht, geht daraufhin dennoch zu seiner Ehefrau und erzählt ihr von dem Vorfall. Die Reaktion dieser sind eher bescheiden – warum?

Außerdem sind die Todesfälle und Morde auch nicht ganz so einfach zu verstehen und zu verdauen. Übernimmt die Ehefrau plötzlich die Seele einer anderen? So viele Fragen, so wenig Antworten. Zu mysteriös, das Ganze…

Nach einer Stunde oder so habe ich einfach aufgehört, die Story zu verfolgen und habe nur noch über den schwarzen Humor gelacht. Der kommt allerdings nicht all zu oft, da der Film einige Längen hat und ohnehin langweilige Szenen auch noch in die Länge zieht.

Gestern abend war ich mit einer schottischen Filmfestveranstalterin essen, und diese sagte mir: Man muss Festivals immer mit dem schwächsten Film beginnen.

Hoffen wir, dass das hier in Cannes auch so ist.

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