Men – The Door

Wie auch schon der chinesische Überraschungserfolg des letzten Jahres, CRAZY STONE, entstand der Horrorfilm THE DOOR in Chongqing, einer Metropole mit 32 Millionen Menschen. Der perfekte Ort, um einen Charakter aufzubauen, um welchen herum sich dauernd alles im Wandel befindet, nichts stetig ist, und man sowohl Job als auch die Liebe leicht verlieren kann – und zum Psychopathen wird.

Regisseurin Shaohong Li inszeniert eine tragische Geschichte um die Figur Jiang herum, hervorragend verwirrt gespielt von Chen Kun, der innerhalb kürzester Zeit seinen tollen Job verliert, ausgerechnet, weil sein bester Freund seine Firma aufkauft. Und er auch noch von seiner langjährigen Freundin verlassen wird, die natürlich, wie das Schicksal es will, jenen besten Freund heiratet – des Geldes wegen, wie Jiang vermutet. Tagelang sitzt er in seinen tristen Wohnung herum, nur durch Glas von der hektischen Aussenwelt abgeschirmt, und verliert langsam seinen Verstand.

In bestem Cronenberg-Stil wird der Zuschauer durch trickreiche Rückblenden und ersonnene Fantasien in die Gedanken-Abgründe Jiangs gezogen. Durchgehend hört man als Voice-Over Jiangs Gedanken, seine Gefühle und Emotionen, und kann so leichter nachvollziehen, was geschieht. Bis zum unglaublichen Twist während des Showdowns verfolgt man Jiang, und wie er vergeblich versucht, die Abläufe und Entscheidungen seiner Freunde zu verstehen, man verliert sich mit ihm in dem Chaos der Metropole und Gefühle und begegnet den Dämonen seines Gewissens.

Obwohl der Film sichtbar mit einem kleineren Budget produziert wurde, vermittelt er nicht das Gefühl von einem Low-Budget-Film. Geschickte Kameraeinstellungen und wirksam eingesetzte Effekte, sogar eine atemberaubende Kampfszene in einem Taxi ohne Dach auf einer hohen Brücke gibt es. Die perfekte Beleuchtung und der treibende Soundtrack runden den Film ab. Zwar verspricht die Vorschau hier eine Art Geisterfilm, doch THE DOOR hat wesentlich mehr zu bieten und ist wesentlich tiefgründiger als vermutet.

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