Olympus PEN F

Kompaktkameras 2017 – Die Qual der Wahl: Mit eingebauter (Zoom-)Linse oder mit Wechselobjektiven?

Nachdem ich im letzten Toskana Urlaub meine Nikon D2x samt mehrere Linsen dabei hatte, merkte ich, dass es mir zunehmend lästig wurde, immer so viel Equipment rumzuschleppen, zumal ich eigentlich nur noch zum Spaß fotografiere. Darum hab ich gestern meine Nikon D2x auf eBay gestellt, sowie drei weitere Linsen in anderen Auktionen, und damit angefangen, Kompaktkameras und Systemkameras zu recherchieren. Der Einfachheit halber schreibe ich nur noch Kompaktkameras, meine aber auch Systemkameras, Bridgekameras und wie man sie noch nennen will. Vielleicht hilft mein Text hier ja dem einen oder anderen auch bei der Wahl.

Es gibt drei Arten von Kompaktkameras, die in Frage kommen könnten: Kompaktkameras mit austauschbarer Linse, Kompaktkameras mit fest eingebauter Zoomlinse und Kompaktkameras mit eingebauter Festbrennweite.

Kompaktkameras mit eingebauter Festbrennweite

Letztere sind mit Abstand am teuersten: Da die Kameras absolut perfekt auf eine einzige Brennweite abgestimmt werden, stecken die Hersteller oft einen Haufen Geld in die Qualität und veröffentlichen dann Kameras wie die Fujifilm X100F für 1.400€ oder RX1 von Sony für 2.800€ oder die Leica Q für 4.400 €. Man sieht schon am Preis dass sich diese Modelle ehre an wohlhabende oder aber (semi-)professionelle Fotografen richten. Sie sind das Nonplusultra, wenn man genau weiß, was man will. Letztendlich würde mich eine einzige Brennweite jedoch zu sehr einschränken, als dass ich so viel Geld für „nur“ einen Look ausgeben würde, da ich doch ein bisschen Flexibilität wahren möchte. Die einzig günstige Kamera in dem Bereich ist die GR II von Ricoh für etwas mehr als 550€.

Kompaktkameras mit eingebauter Zoomlinse

Hier sieht die Welt preislich schon ganz anders aus, da es sich um einen Massenmarkt handelt. Es gibt tolle Kameras in jeder Preisregion, aber natürlich mit immer weniger Features oder Qualität, je günstiger es wird. Nennenswert sind die RX100 V von Sony für knapp 1.000€ oder die Panasonic LUMIX LX100 EGS für 550€ oder aber die Panasonic LX15 EG-K mit noch besserem Objektiv für 600€. Bei keiner dieser Kameras macht man was falsch! Man muss nur bedenken, dass diese Kameras nach ein paar Jahren obsolet sein werden.

Kompaktkameras mit Wechselobjektiven

Wir kommen in der sinnvollsten Kategorie an. Warum? Weil man sich in dieser Klasse über die Jahre hinweg ein Repertoire an Linsen aufbauen kann, und bei Bedarf einfach nur das Kameragehäuse wechseln muss. Die Investition am Anfang ist höher, da man zum einen das Kamera-Gehäuse selbst und zum anderen mindestens mal eine Linse kaufen muss. Aber langfristig gesehen ist es das beste, was man machen kann. Jedoch sollte man sich bewusst machen, dass wenn man sich für einen Anschluss entschieden hat – sei das eine von Nikon, Canon, Sony oder micro FourThirds – man „für immer“ mit diesem Anschluss zusammen sein wird. Es ist ein bisschen wie eine Eheschließung, bis eine neue Technologie uns scheidet…

Ein Ring, um sie zu binden

Hier ist die Auswahl allein wegen dem Anschluss schon schwieriger als in den anderen beiden Kategorien. Hier jetzt alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Anschlüsse und Anbieter zu beschreiben würde meinen zeitlichen Rahmen sprengen. Das soll jeder für sich selbst recherchieren. Ich für meinen Teil bin zu dem Entschluss gekommen, wieder zu micro FourThirds zurückzugehen. Zurück, da ich vor ein paar Jahren schon mal eine Olympus Pen hatte und mit dieser extrem zufrieden war, solange ich genug Licht hatte. Das tolle an m4/3 ist, dass auch viele andere Anbieter Objektive für dieses Format anbieten, etwa Voigtländer, extrem teure Zeiss Linsen gibt es, sowie richtige Knaller von Panasonic und natürlich Olympus selbst.

Da mir die Olympus Pen PL-2 damals so gut gefiel habe ich mir die aktuellen Olympus Modelle angesehen und voller Entzücken die Olympus Pen F entdeckt.

Die Olympus Pen F

Die Olympus Pen F wird meine neue Kamera werden. Sie ist nicht nur die ästhetischste Kamera von dem ganzen Haufen, sie hat auch ein paar fantastische Eigenschaften: Vorne gibt es einen Dial für verschiedene Farbstile wie Monochrome oder Pastell – was auch immer man daraus machen will, denn diese lassen sich frei programmieren. Mit einer Dual-Speicherung von JPEG und RAW hat man dann zum einen ein sofort Instagram-bares Foto, welches man per WLAN oder NFC aufs Handy ziehen kann, und für die spätere Bearbeitung ein RAW mit allen Daten. Hammer.

Weiterhin beschreiben alle Reviews immer wieder, dass sich die Tasten dank der Qualität nicht verstellen. Auch das ist ein Killerfeature, wenn man mal eine solche Kamera besessen hat. Ich weiß noch, wie oft sich bei meiner Leica X1 die Rädchen beim rein- und rausholen aus der Tasche verstellt haben. Das klingt vielleicht nicht so wichtig, aber wenn man vor jedem Foto erst kontrollieren muss, ob die Einstellungen noch so wie vorher waren, nervt das brutal.

Passende Objektive

Jeder Fotograf weiß: Es ist weniger die Kamera und mehr die Linse, die das Foto letztendlich ausmacht. Darum sollte man besonders in diesem Bereich viel überlegen, was man denn vor allem fotografieren will. Wenn man hauptsächlich Menschen fotografiert, sollte man sich eine Festbrennweite um die 50mm mit viel Tiefenschärfe anschaffen, hier empfiehlt sich die Olympus M.Zuiko Digitale ED 45- mm f/1.8 für 325€. Eine brillante Linse für Portraits.

Falls man eher auf Landschaften oder Street Photography steht, braucht man etwas weiteres, unter 35mm. Auch hier gibt es Knaller im Angebot: die Panasonic 25mm für 175€ oder Samyang 12mm F2.0 für 370€ oder die Olympus ED 9-18mm 4.0-5.6 für 555€.

Wer, so wie ich, erstmal nicht wieder gleich mit einem Haufen Linsen durch die Gegend rennen will, kann sich auch eine gescheite Zoomlinse kaufe. Es gibt sogar ein paar Pancake Zoomlinsen. Gute Werte haben die Olympus M.ZUIKO DIGITAL 14-42mm 1:3.5-5.6 EZ für 300€ oder die Panasonic Lumix G X Vario Standardzoom 12-35mm F2,8 für 950€.

Da ich nicht unter Zeitdruck stehe, werde ich jetzt erstmal eine Weile den Markt beobachten und immer wieder bei eBay reinschnuppern, bevor ich zuschlage. Bei myDealz gibt es manchmal auch Hinweise auf günstige Angebote, wobei Kameras von Olympus eher weniger auftauchen. Olympus selbst bietet bis Mitte Juli noch ein Bonus-Programm an, über welches man ein paar Euro für diverse Linsen und Bodys zurückbekommen kann. Link: bonus.olympus.eu

Sobald ich meine Pen F irgedwie und irgendwoher bekommen habe, werde ich eine ausführlichen Testbericht schreiben.

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