Archive for Videography - Reviews

A SOUND OF THUNDER

// June 18th, 2007 // No Comments » // Videography - Reviews

Peter Hyams ist der absolute Regisseur der Mittelmässigkeit. Mit Titeln wie TIMECOP oder END OF DAYS kam er sogar schon ins Kino - aber mit A SOUND OF THUNDER hat er nun nach vier Jahren Abwesenheit einen weiteren belanglosen, kurzfristig unterhaltenden kleinen SciFi Film direkt auf DVD rausgebracht. Edward Burns spielt den pseudo-coolen Hauptdarsteller Travis Ryer, der in der Zukunft reichen Menschen via Zeitreise die Jagd auf Dinosaurier ermöglicht - unfreiwillig. Sein Boss Hatton, schmerzhaft schlecht gespielt von Ben Kingsley, will einfach nicht auf ihn hören, und so passiert, was passieren muss: Ein menschlich verursachter Fehler während einer Zeitreise in die Vergangenheit verändert die Zukunft auf drastische Art und Weise. Was anfangs eine wunderschöne Stadt ist, wandelt sich plötzlich während sogenannter “Zeit-Warps” in einen riesigen Zoo um, in dem “Affentiger”, oder was auch immer das sein soll, Jagd auf Menschen machen. Die Idee und das Drehbuch sind wirklich nett und relativ originell. Doch Berichten zufolge ging den Machern das Geld aus, so dass sie in Sachen Effekten einen Gang runterschrauben mussten. So wirkt ASOT mehr wie ein überlanges Videospiel-Intro als ein Film. Fazit: Ausleihen: Fans von SciFi, ja. Kaufen: Nein!

ONE MISSED CALL 3 - FINAL

// June 18th, 2007 // No Comments » // Videography - Reviews

Aller guten Dinge sind drei? Nein! Nachdem der japanische Horror-Gott Takashi Miike einen grandiosen ersten Teil und Renpei Tsukamoto einen gerade noch akzeptablen zweiten Teil inszenierte, bringt Regisseur Manabu Aso jetzt mit dem finalen Anruf die Serie zu Boden.

Eine Schulgruppe macht einen Ausflug. Doch schon bald trudelt die erste tödliche MMS mit gruseligem Bild und Klingelton ein, und das bekannte Spiel mit dem Tod beginnt. Wie immer ist ein Geist sauer und versucht durch das Töten der Schüler sein “tragisches” Schicksal zu rächen. Natürlich gibt es auch wieder einen Schüler mit einem Hauch von Intelligenz, der das Sterben verhindern und dem Spuk ein Ende bereiten will.

Das Budget zu nutzen um nach Korea abzuhauen und dort zu drehen mag ja anfangs eine gute Idee gewesen sein, so wird wenigstens visuell ein neues Land in die Serie gebracht. Doch leider spielt (gefühlt, zumindest) der halbe Film in einem Hotel! So sieht man ständig nervige japanische Teenies die Hotelgänge hoch- und runterrennen, um sich gegenseitig die tödlichen Handys zu klauen und zu verprügeln. Direkt mal noch bei BATTLE ROYALE mittgeklaut, die Filmemacher können stolz auf sich sein!

Der Film ist zwar sauber produziert, scheint ein ordentliches Budget gehabt zu haben, zieht sich jedoch mit einer Laufzeit von 104 Minuten unnötig in die Länge. Die Todes-Szenen sind, sofern man mal überhaupt eine “richtig” sieht, langweilig und unoriginell. Die Darsteller tun genau das, was man erwartet, nämlich dumm und geschockt in die Kamera zu gucken. Nichts Neues im… Osten!

FINAL DESTINATION, das ist eine Serie, die ihre Qualität über drei Teile aufrecht erhalten konnte, ONE MISSED CALL FINAL jedoch wird sich in absehbarer Zeit aus unseren Gedanken und Erinnerungen als weiteres Stück Müll verabschieden.

Fazit: Es ist jetzt Frühling. Warm. Vergesst den Film, geht Unkraut jäten, das macht mehr Spass und ist gesund!

Ultraviolet

// June 18th, 2007 // No Comments » // Videography - Reviews

Regisseur Kurt Wimmer ballerte sich 2002 mit seinem Spektakel „Equilibrium“ vor allem dank des charismatischen Hauptdarsteller Christian Bale und den exzellenten Kampfeinlagen in die Herzen der Actionfans. Mit „Ultraviolet“ wollte er, deutlich sichtbar, seinen vorgegangenen Film topen: Mehr Geld, mehr Story, mehr Action. Milla Jovovich war von Anfang an als Hauptdarstellerin geplant, und bekam auch den Zuschlag.

Sie spielt Ultraviolet, eine „Hemophage“, einen von einer Art Vampir-Virus befallenen Menschen. Die Hintergrundstory: Ein in Osteuropa entdeckter Virus wird von der Regierung missbraucht, um „Supersoldaten“ zu kreieren - schneller, stärker und intelligenter als normale Menschen. Doch der Virus macht sich breit, und die Regierung bekommt Panik vor der immer größer werdenden Masse an „Supermenschen“ - und will sie ausrotten. Dass Wimmer mit dieser Story eine mentale Brücke zu Deutschlands dunkler Vergangenheit mit den Nazis und Juden aufbauen will, merkt man spätestens bei der Szene mit dem „Lager, in welches die Infizierten transportiert wurden, und niemand wieder herauskam“.

Etwas mehr Kreativität und eigene Ideen hätten nicht nur der Hintergrundgeschichte, sondern auch dem Film selbst gut getan: Ultraviolet ballert sich 84 Minuten lang, mit einem Jungen an der Seite, der eine gefährliche Waffe sein soll, bis zur Spitze der Regierung durch, um den wahnsinnigen Gegenspieler Dexus von seinem Ausrottungsplan abzubringen. Leider übernahm Sony Pictures nach einer durchgefallenen Testvorführung die Kontrolle über Wimmers Werk und verkrüppelte seine Visionen mit einem hektischen und langweiligem Schnitt. Als ob das nicht schon schlimm genug sei, schnitt man den Film auch noch in eine blutleere FSK-12 Version um - man erhoffte sich wohl, somit mehr Jugendliche ins Theater zu locken.

Doch diese Rechnung ging nicht auf, der Film floppte. Zwar sind die Kampfszenen im einzelnen superb choreographiert, die Spezialeffekte mit viel Aufwand erstellt und die Kamerafahrten ein einziger Rausch, doch „dank“ der losen Verknüpfung der Szenen geht alles vor die Hunde. Ein Jammer, hatte Ultraviolet doch wirklich die Möglichkeit, ein modernes SciFi-Meisterwerk werden zu können.

Somit ist das einzig Gute an dem Film Milla Jovovich in ihren hautengen Lackkleidern; aber für diese Ekstase langen auch ihre leicht zu findenden Fotos im Internet.

Auf der DVD von Sony Pictures gibt es als „Special Features“ entfallene Szenen, die vermuten lassen, dass der Film in Kurt Wimmers Version wesentlich besser geworden wäre sowie ein 30 Minuten langes „Making Of“, welches spannender als der Film selbst ist und die Crew während der Dreharbeiten in Shanghai zeigt. Weiterhin erscheint der Film als „Limited Edition“ im Steelbook, als UMD für Sonys PSP und sogar auf Blu-ray, Sonys eigenem DVD-Nachfolgerformat in HD.

Desperation.

// February 13th, 2007 // No Comments » // Videography, Videography - Reviews

Ein junges Ehepaar fährt durch die Wüste von Nevada, ist auf dem Weg zu einer Hochzeit. Plötzlich werden sie vor der Kleinstadt Desperation von einem Polizisten angehalten, der im Kofferraum ihres Autos auch noch einen Batzen Marihuana findet. Obwohl sie immer wieder behaupten, keine Drogen zu nehmen, geschweige denn es sich um ihr Marihuana handelt, nimmt der Polizist sie mit zur Wache.

Bereits auf der Fahrt dorthin verstehen die beiden, dass etwas nicht stimmt: Die Stadt ist leer und verlassen, überall stehen merkwürdig ruhige Tiere am Strassenrand. Auf der Wache bestätigt sich dann alles: Der verrückte Polizist hält hier wahllos Menschen gefangen.

Nach einer Befreiungsaktion, an der alle Gefangenen teilnehmen, entdecken sie schliesslich, was es mit dem Ort auf sich hat: Ein Dämon namens Tak ist in einer Mine erwacht, und giert immer mehr nach neuen Körpern für seine Seele… Nun muss die Gruppe gemeinsam einen Weg finden, den Dämonen zu besiegen, und am Leben zu bleiben, da immer wieder besessene Tiere Angriffe auf die Gefangenen starten.

Bei den Filmadaptionen von Stephen Kings Büchern gab es in der Vergangenheit sowohl angenehme als auch unangenehme Überraschungen. Gerade die TV-Verfilmungen mit ihren niedrigen Budgets konnten den Visionen Kings oft nicht gerecht werden. Doch Desperation zählt definitiv zu den angenehmeren TV-Erfahrungen. Regisseur Mick Garris schafft es, das Feeling des Buches fast perfekt auf die kleine Leinwand zu bringen. Leider nur fast, da er sich zu strikt an das Buch hält, und einige Dinge zwar im Buch, aber nicht auf der Leinwand funktionieren.

Die erste Meisterleistung war, den durchgeknallten Cop Collie Entragian mit Ron Perlman zu besetzten. Perlman hat sich als Hellboy endgültig einen Namen gemacht, aber auch seine Rolle als besessenen, völlig psychotischen Cop in Desperation wird man so schnell nicht mehr vergessen. Auch die anderen, eher unbekannteren Schauspieler leisten gute Arbeit, allen voran Tom Skerritt als John Edward Marinville.

Weiterhin kann der Soundtrack überzeugen, der meisterhaft zur spannenden Stimmung beiträgt. Die Drehorte passen ebenso optimal zum Geschehen, lediglich einige Szenen sind zu wirr geraten, und besonders der Junge mit seinen ständigem Gottes-Gerede nervt nach einiger Zeit. Alles in allem ist Desperation eine gut gelungene Umsetzung, auch wenn sich das Buch noch viel mehr für eine Kinoumsetzung mit mehr Budget und besseren Spezialeffekten geeignet hätte. Aber man kann ja nicht alles haben. Es bleiben zwei Stunden gute Unterhaltung, jedoch auf TV-Ausstrahlung abgestimmt - also nicht zu viel Blut erwarten!

Desperation.

// February 13th, 2007 // No Comments » // Videography, Videography - Reviews

Ein junges Ehepaar fährt durch die Wüste von Nevada, ist auf dem Weg zu einer Hochzeit. Plötzlich werden sie vor der Kleinstadt Desperation von einem Polizisten angehalten, der im Kofferraum ihres Autos auch noch einen Batzen Marihuana findet. Obwohl sie immer wieder behaupten, keine Drogen zu nehmen, geschweige denn es sich um ihr Marihuana handelt, nimmt der Polizist sie mit zur Wache.

Bereits auf der Fahrt dorthin verstehen die beiden, dass etwas nicht stimmt: Die Stadt ist leer und verlassen, überall stehen merkwürdig ruhige Tiere am Strassenrand. Auf der Wache bestätigt sich dann alles: Der verrückte Polizist hält hier wahllos Menschen gefangen.

Nach einer Befreiungsaktion, an der alle Gefangenen teilnehmen, entdecken sie schliesslich, was es mit dem Ort auf sich hat: Ein Dämon namens Tak ist in einer Mine erwacht, und giert immer mehr nach neuen Körpern für seine Seele… Nun muss die Gruppe gemeinsam einen Weg finden, den Dämonen zu besiegen, und am Leben zu bleiben, da immer wieder besessene Tiere Angriffe auf die Gefangenen starten.

Bei den Filmadaptionen von Stephen Kings Büchern gab es in der Vergangenheit sowohl angenehme als auch unangenehme Überraschungen. Gerade die TV-Verfilmungen mit ihren niedrigen Budgets konnten den Visionen Kings oft nicht gerecht werden. Doch Desperation zählt definitiv zu den angenehmeren TV-Erfahrungen. Regisseur Mick Garris schafft es, das Feeling des Buches fast perfekt auf die kleine Leinwand zu bringen. Leider nur fast, da er sich zu strikt an das Buch hält, und einige Dinge zwar im Buch, aber nicht auf der Leinwand funktionieren.

Die erste Meisterleistung war, den durchgeknallten Cop Collie Entragian mit Ron Perlman zu besetzten. Perlman hat sich als Hellboy endgültig einen Namen gemacht, aber auch seine Rolle als besessenen, völlig psychotischen Cop in Desperation wird man so schnell nicht mehr vergessen. Auch die anderen, eher unbekannteren Schauspieler leisten gute Arbeit, allen voran Tom Skerritt als John Edward Marinville.

Weiterhin kann der Soundtrack überzeugen, der meisterhaft zur spannenden Stimmung beiträgt. Die Drehorte passen ebenso optimal zum Geschehen, lediglich einige Szenen sind zu wirr geraten, und besonders der Junge mit seinen ständigem Gottes-Gerede nervt nach einiger Zeit. Alles in allem ist Desperation eine gut gelungene Umsetzung, auch wenn sich das Buch noch viel mehr für eine Kinoumsetzung mit mehr Budget und besseren Spezialeffekten geeignet hätte. Aber man kann ja nicht alles haben. Es bleiben zwei Stunden gute Unterhaltung, jedoch auf TV-Ausstrahlung abgestimmt - also nicht zu viel Blut erwarten!

A Sound Of Thunder.

// February 13th, 2007 // No Comments » // Videography, Videography - Reviews

Peter Hyams ist der absolute Regisseur der Mittelmässigkeit. Mit Titeln wie TIMECOP oder END OF DAYS kam er sogar schon ins Kino - aber mit A SOUND OF THUNDER hat er nun nach vier Jahren Abwesenheit einen weiteren belanglosen, kurzfristig unterhaltenden kleinen SciFi Film direkt auf DVD rausgebracht.

Edward Burns spielt den pseudo-coolen Hauptdarsteller Travis Ryer, der in der Zukunft reichen Menschen via Zeitreise die Jagd auf Dinosaurier ermöglicht - unfreiwillig. Sein Boss Hatton, schmerzhaft schlecht gespielt von Ben Kingsley, will einfach nicht auf ihn hören, und so passiert, was passieren muss: Ein menschlich verursachter Fehler während einer Zeitreise in die Vergangenheit verändert die Zukunft auf drastische Art und Weise. Was anfangs eine wunderschöne Stadt ist, wandelt sich plötzlich während sogenannter “Zeit-Warps” in einen riesigen Zoo um, in dem “Affentiger”, oder was auch immer das sein soll, Jagd auf Menschen machen.

Die Idee und das Drehbuch sind wirklich nett und relativ originell. Doch Berichten zufolge ging den Machern das Geld aus, so dass sie in Sachen Effekten einen Gang runterschrauben mussten. So wirkt ASOT mehr wie ein überlanges Videospiel-Intro als ein Film. Fazit: Ausleihen: Fans von SciFi, ja. Kaufen: Nein!

Review: Deaden.

// January 24th, 2007 // No Comments » // Videography, Videography - Reviews

Deaden tells the story of Rayne, whose wife and unborn child get brutally murdered after his gangster-friends find out that he is an undercover cop. The first ten minutes of the movie show straight away one of the bloodiest, most disgusting scenes ever. It’s like watching the horrible scenes in Gaspar Noé’s „Irreversible“ again, you want to look away, but you have to see the scenes, as they explain the yet-to-come amok run of Rayne: His wife not only gets raped and abused with a baseball bat, but the gangsters also ‘abort’ the baby she is expecting in a quite insane way. And Rayne? He is not only forced to watch his wife die, no, he also gets beaten up and tortured - before they shoot a arrow in his head (damn cool joke) and throw him in the river. But he survives! And after he gets some treatment in a hospital he’s soon back on the street, paying these sons of bitches back for their crimes…

Neither director Christian Viel nor main actor John Fallon made a secret out of their script and intentions: In some interviews they clearly stated that the 2004 remake of “The Punisher” was too soft, and that they wanted to make a “real” revenge movie with Deaden. Well, they achieved this goal for sure.

For sure, some scenes and the whole story will seem somewhat close to other movies - for instance the new mother of revenge movies, Kill Bill, or the famous revenge movies of the 80’s. Strangely coincidentally enough, also a little bit to Crank: While Statham takes Adrenalin all the time during Crank to survive, Rayne takes pain killers and drugs all the time to deal with the physiological as well as psychological damage. By the way, the movie’s name while in production was “Pain Killer” but it had to be changed due to some weird copyright problems, just read the “nice” sign in the credits. But the story has some originality and crazy new ideas, together with unused, fresh locations in the beautiful country that is Canada. Director Viel also must have known that he could never reach a “Hollywood-Look” with HD material, so he skillfully uses various filters on the images, without visually over-killing them.

Like it is with low-budget movies, they always have a drop of bitterness here and there - but after all, this is a dream project that could only be made with little money and lots of energy: While the main actor as well as the bigger supporting actors act very well, there are some smaller roles that come across as a bit amateurish (we are not talking about JoBlo’s gag-scene, though), especially when it comes to some emotional scenes… it’s obvious. And while the Mano-a-Mano fights are both realistic and professional, some of the shooting sequences look a bit unbelievable - like in the warehouse, where everyone seems to be shooting for a long time before finally someone drops dead on the ground. And the digital blood, why?!

But the movie is good at clearing away these small blemishes: Especially John Fallon who is absolutely in the zone with his acting! His expressions and his anger-attacks during the horrible beginning-sequence make the audience feel for him, wanting his revenge together with him. Every act of revenge is like a candy, a good feeling of getting even with these bastards. Also his drug-buddy, played by Deke Richards, delivers a good performance. The music rocks most of the time, sometimes it’s a hint too sentimental, and there are some great below-the-line jokes that’ll make you laugh out loud. Viel obviously has everything under control, and his great sound-mix deserves an honorable mention. Viel shows horrible images only for a couple of frames, to give an impression, and leaves the sound of the scene in full volume going - this way the horror is created in the head, and not through long shots of cheap gore effects.

Running just a bit more then 70 minutes, the movie is a bit short - but thank god Viel didn’t even try to blow it up to ninety minutes, following that stupid trend nowadays that movies need to be as long as possible. That is brave, that makes sense, this way the movie doesn’t have a single boring minute on screen. In the end, Viel and Fallon can be totally proud of their baby: It delivers.

Deaden.

// January 24th, 2007 // No Comments » // Videography, Videography - Reviews

In ‚Deaden‘ übt Rayne Rache an den Gangstern aus, die seine Ehefrau und sein ungeborenes Kind umbringen, nachdem sie ihn als verdeckten Ermittler enttarnen. Die ersten zehn Minuten des Films zeigen sogleich eine der brutalsten Sequenzen, die man je gesehen hat. Wie bei diversen Szenen in Gaspar Noés „Irreversible“ möchte man am liebsten weggucken, doch sie rechtfertigen den anschliessenden Amoklauf des Hauptdarstellers: Raynes Frau wird nicht nur vergewaltigt und mit einem Baseballschläger misshandelt, sondern auch ihr Baby wird durch aufschneiden des Bauches abortiert. Rayne wird gezwungen, sich das alles anzusehen, wird dabei gefoltert, verprügelt, und bekommt am Ende einem Pfeil in den Kopf (Rayne-Darsteller Fallon rezensiert Horrorfilme unter dem Pseudonym „Arrow In The Head“) und wird in einen Fluss geworfen. Doch er überlebt und wird im Krankenhaus wieder zusammengeflickt. Kaum erwacht, zieht er los, um einen Gangster nach dem anderen auf mindestens genauso grauenhafte Weise umzubringen…

Ein Geheimnis aus der Story und ihren Beweggründen für diesen Film machten weder Regisseur Christian Viel noch John „Rayne“ Fallon: In diversen Interviews gaben sie an, dass sie das „The Punisher“ Remake von 2004 mit Thomas Jane und John Travolta viel zu weich fanden, und mit ihrem Film Deaden einen „richtigen“ Rachefilm machen wollten. Nun, das ist mehr als gelungen.

Zwar wirken viele Szenen im Film an andere Filme angelehnt - zum Beispiel an die neue Mutter aller Rachefilme, Kill Bill, oder natürlich an die bekannten Rache-Filme der 80er. Völlig zufällig auch an den aktuellen Actionfilm Crank: Während sich Statham in Crank die ganze Zeit Adrenalin reinfährt um zu überleben, stumpft sich Rayne mit Schmerzmitteln immer mehr ab, um seine Rache zu vollführen. Apropos Schmerzmittel: Der Film war unter dem Namen „Pain Killer“ in Produktion, musste dann jedoch wegen einem Rechtsstreits in Deaden umbenannt werden. Man beachte den „netten“ Hinweis in den Credits. Dennoch hat die Story viele originelle Ideen, interessante, unverbrauchte Schauplätze im schönen Kanada und viel Style. Christian Viel muss klar gewesen sein, dass er niemals einen „Hollywood-Look“ mit HD hinbekommen würde und setzt daher gezielt, aber nicht langweilend elegante Filter auf die Bilder auf.

Natürlich gibt es bei einem Film mit geringerem Budget auch kleine Wermutstropfen, über die man nicht hinweg schweigen sollte - schliesslich ist dies kein Hollywoodfilm, sondern ein Traumprojekt, dass mit geringen Mitteln überhaupt erst realisiert werden konnte: Haupt- und größere Nebendarsteller geben ein tolles Schauspiel ab, aber einige kleinere Figuren agieren wie Amateure (und wir reden hier nicht von JoBlos Gag-Auftritt), vor allem bei einigen emotionalen Szenen merkt man das. Und während die Mano-a-Mano Kampfszenen realistisch und professionell choreographiert sind, wirken einige Schusswechsel unglaubwürdig - etwa in der Lagerhalle, in der sich die beiden Seiten einige Sekunden zu lange beschiessen, ohne einen Toten oder Verletzten zu zeigen. Und das deutlich digitale Blut - was sollte das denn!

Doch der Film macht diese kleinen Makel wieder wett: Vor allem John Fallon als Rayne gibt ein starkes Spiel ab! Seine Gesichtsausdrücke und Aggressionsanfälle während schrecklichen Anfangssequenz lassen den Zuschauer mit der Figur zusammen leiden, und freuen sich über jeden vollzogenen Racheakt. Auch sein stets vollgekoster Buddy, gespielt von Deke Richards, macht einen guten Eindruck. Die Musik rockt an den meisten Stellen, an einigen ist sie etwas zu sentimental, und es gibt ein paar derbe und derb gute Witze. Regisseur Viel hat alles gut unter Kontrolle, vor allem sein grandioser Soundmix hat nochmals ein Lob verdient. Viel zeigt grauenhafte Bilder immer nur sehr kurz, lässt dafür aber den Ton auf voller Lautstärke weiterlaufen - so kreiert man wahren Horror im Kopf, und nicht mit langen Einstellungen auf billige Gore-Effekte.

Mit ein bisschen mehr als 70 Minuten ist der Film ziemlich kurz - doch Gott sei Dank hat Viel nicht versucht, den Film auf Teufel komm raus länger zu machen. Das ist mutig, und das macht Sinn, denn so langweilt der Film keine einzige Minute, und haut genauso rein wie er soll: Mit voller Wucht.

Curse Of The Golden Flower (english review).

// December 18th, 2006 // No Comments » // Videography, Videography - Reviews

Now that director Zhang Yimou had international success with his previous movies Hero and House Of The Flying Daggers, he was able to win old Asian actor stars for his newest production: Gong Li, who we have last seen next to Colin Farrell and Jamie Foxx in the Miami Vice movie as well as Chow Yun Fat, who is known for his roles in John Woo‘s classic action movies and through Ang Lee‘s Crouching Tiger, Hidden Dragon.

Curse Of The Golden Flower tells the story of emperor Ping (Chow Yun Fat) and empress Phoenix (Gong Li), who try to finish each other off through various methods. Like in a game of chess follows twist after twist, and as time passes, the audience understands more and more about the connections of the two as well as their three children.

While the empress was never able to win the heart of the emperor and thus lives in sadness since years, the first wife of the emperor is seeking revenge. Everyone uses the children to follow their each interests, they are used by the mighty ones like warriors, not like their own breed. The story is too confusing and difficult to write down, but works quite well as a storyline in the movie.

Who is expecting a big martial arts epic - what the beautiful trailer is promising - will be hugely disappointed. It‘s not like there are no battles at all, but Zhang Yimou simply gives them much less attention than in his two previous works. Strangely the first battle sequence is the most interesting one, because it shows how far the emperor is ahead of his enemies in a fighting and thinking sense.

Yimou pays most attention to his characters; particularly Gong Li gets in regular intervals the chance to show her current emotions in close-ups. That gets boring after a while, even the usually incredibly charismatic Chow Yun Fat doesn‘t make big waves with his acting role as the emperor. Worst by far is the musician Jay Chou, who’s acting skills are just sad. Casting him for this movie has obviously a commercial background.

To praise is the extremely detailed set design as well as the clothing: What splendid colors! What magnificent settings! The movie is truly sugar for the eyes. Also interesting is the quite erotic way that the breasts of all women are shown in this movie, as China actually is a quite prudish country. But the gorgeous palace is also a problem, as you see enough of it after a while. There is only one other location where a small part of the movie takes place. Less is more. The score is calm and doesn‘t get the slow movie going any faster.

Curse Of The Golden Flower is a interesting movie which gives a lot of insight into a Chinese palace of a thousand years ago, and it has a great, surprising though sad ending. Let‘s say it once more: Do not expect a martial arts action movie. It seems like Yimou wanted to create a drama and simply added some fighting sequences - maybe he better should have decided for one genre to go with.

Curse Of The Golden Flower.

// December 18th, 2006 // No Comments » // Videography, Videography - Reviews

Nachdem Regisseur Zhang Yimou sich mit den Filmen Hero und House Of The Flying Daggers international einen Namen gemacht hatte, bekam er für sein neuestes Werk berühmte Altstars als Schauspieler: Zum einen Gong Li, die man zuletzt neben Colin Farrell und Jamie Foxx in Miami Vice sehen konnte, sowie Chow Yun Fat, berühmt durch John Woos ältere Actionklassiker als auch Ang Lees Crouching Tiger, Hidden Dragon.

In Curse Of The Golden Flower erzählt er die Geschichte des chinesischen Kaisers Ping (Chow Yun Fat) und seiner Königin Phoenix (Gong Li), die sich durch Geheimnisse und Verrat gegenseitig beiseite schaffen wollen. Wie in einem Schachspiel folgt Wendung auf Wendung, der Zuschauer erfährt immer mehr über die Hintergründe des Kaisers, der Kaiserin und deren drei Kinder, von denen eines aus einer früheren Beziehung des Kaisers stammt.

Während die Kaiserin nie das Herz des Kaisers gewinnen konnte und daher seit Jahren in Trauer lebt, sucht die frühere Frau des Kaisers Vergeltung, und die Kinder werden von den beiden Mächtigen wie Krieger eingesetzt, um die eigenen Interessen zu verfolgen. Zu wirr und komplex ist die ganze Geschichte, um sie in wenigen Sätzen wiedergeben zu können, aber im Film funktioniert sie ganz hervorragend.

Wer jedoch unglaubliche Kampfszenen erwartet - welche die hervorragende Vorschau ja auch verspricht - wird jedoch bitter enttäuscht. Auf spektakuläre Kung-Fu Szenen hat Zhang Yimou zwar nicht ganz verzichtet, schenkt ihnen jedoch wesentlich weniger Beachtung als in seinen beiden vorherigen Werken. Die interessanteste Kampfszene ist somit die allererste, relativ kurze, die bereits zeigt, wie weit der Kaiser den Angriffen seiner Feinde überlegen ist.

Yimou konzentriert sich mehr auf seine Figuren, vor allem Gong Li bekommt in fast regelmässigen Abständen die Gelegenheit, über Close-Ups ihren Gemütszustand zu zeigen. Das langweilt nach einiger Zeit jedoch, selbst der ansonsten unglaublich charismatische Chow Yun Fat kann in seiner Rolle nicht begeistern. Am enttäuschendsten ist der Musiker Jay Chou in der Rolle des Prinzen Jai, der so schlecht schauspielert, dass man vermuten darf, seine Anwesenheit im Film ausschliesslich kommerziellen Zwecken diente.

Loben muss man das abnormal detaillierte Setdesign und die Kleidung: Welche prachtvolle Farben! Welch unglaubliche Umgebung! Der Film ist absolutes Zucker für die Augen, und die Art, in welcher alle Frauen im Film ihren Busen zum besten geben ist für das eher prüde China auch höchst interessant. Doch mit dem wunderschönen Palast hat man auch ein Problem, da der Film an nur einem weiteren Ort statt findet: Man sieht sich satt an ihm. Weniger wäre hier mehr gewesen. Die Filmmusik ist relativ ruhig und uninteressant, sie bringt wenig Schwung in die langsame Geschichte und bleibt weder in guter noch in schlechter Erinnerung.

Curse Of The Golden Flower ist ein interessanter Film, der viel Einblick in das Leben in einem Palast in China vor etwa 1.000 Jahren gibt, dazu gibt es eine verzwickte Geschichte mit einem tollem Ende (auch wenn es extrem traurig ist), einen Actionfilm darf man jedoch auf gar keinen Fall erwarten. Yimou wollte wohl ein Drama kreieren und hat anschliessend noch ein paar Kämpfe einbauen lassen, vielleicht hätte er sich besser für eines der beiden entscheiden sollen.