Alive.

Posted on 08.08.2003

Auf Alive habe ich besonders gefreut und war froh, ihn beim Fantasy Filmfest 2003 sehen zu können. Regie führte schliesslich Ryuhei Kitamura, der letztes Jahr mit seinem Film Versus einen Haufen neuer Fans bekommen hat – mich inklusive. Ich sage es gleich: Alive ist noch langsamer als Versus, noch mehr, naja, Mangadialog und blöde Ideen. Leider schafft er es nicht, an Versus heranzukommen…

Vergleichen wir doch mal: Versus hatte einen derbe coolen Hauptdarsteller, einen Wald voller Zombies, ein paar coole Gansgter und ein richtig bösen Endgegener, wenn man es so haben will. Alive hat einen seltsamen Hauptdarsteller, der im Film zwei oder dreimal rumheult, spielt komplett in einem Gefängnisraum mit vielleicht 100 m², es gibt eine Hexe, ein schlecht gestalteten Endgegener und ein SWAT – artiges Team.

Doch was Versus richtig macht, macht Alive falsch: Die Dialoge sind viel zu oberflächlich, obwohl sie tiefgründig sein wollen, die Szenen, die schneller sein sollten sind viel zu langsam, und die Actionszenen sind viel zu schnell und zu hektisch als um sie geniessen zu können. Es war einfach irgendwie alles falschrum! Kitamura zeigt kein Gefühl für Timing – davon hatte doch Versus gelebt! Seltsam. Der Endkampf von Versus war der stylishste, den ich je gesehen hatte, so wie in Versus muss ein richtiger Endkampf aussehen. Man erinnere sich an Blade 1 und 2, an Soldier, alles Endkämpfe, die man cool fand. Doch wer Versus gesehen hat weiss, wie ein richter Endkampf auszusehen hat! Da hat man richtig das Gefühl gehabt, man ist Ryu oder Guile und kämpft gegen Mr. Bison. Versus war ein Videospiel, nur im Kino.

Aber genug von Versus, es geht hier um Alive. Der ist kein Videospiel, der will mehr eine Charakterstudie sein – doch Sprüche wie “Der Virus ist von Ausserirdischen, er kommt aus der Area 51” verderben dann ziemlich den Spass. Glauben die Japaner ernsthaft noch an diesen Müll? Unglaublich. Die Story von ALive hatte grosses Potenzial, hätte auch eine richtige Militärsatire werden können, doch alles scheitert an der Unglaubwürdigkeit des Experimentes und dem Erzählstil.Lasst euch nicht vom Trailer verwirren, dort sieht man bereits 25% aller tatsächlich stattfindenden Kämpfe. Dauernd versprechen irgendwelche Credits, das es jetzt richtig zur Sache geht – doch dann wird wieder nur dummes Zeug geredet.

Schade. Wirklich schade.


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