Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs.

Vor 4 oder 5 Jahren, als bekannt gegeben wurde dass Peter Jackson, bis dato am bekanntesten für Braindead, Herr der Ringe verfilmen würde, war ich nicht der einzige, der das etwas skeptisch sah. Ich liebe das Buch, ich mochte auch Braindead, aber man stelle sich nun einmal diese Konstelation vor. Seltsam, nicht?

Aber nun hat Peter Jackson mit dem finalen Teil von Herr der Ringe die beste Filmtriologie aller Zeiten gedreht.

“Die Rückkehr des Königs” ist im wahrsten Sinne des Wortes der krönende Abschluss für die Saga – vorerst, schliesslich möchte Peter Jackson nach seinem nächsten Film, einem Remake von “King Kong”, “Der (kleine) Hobbit” verfilmen. Nachdem man den ersten und zweiten Teil von Herr der Ringe gesehen hatte, war einem ja klar, dass Peter einfach alles richtig gemacht hat, von der Musik, über die Besetztung, die in jedem Teil bis auf die letzte Nebenrolle einfach perfekt ist, über die Locations, den Schnitt, die Details bis zu den Effekten. Aber im dritten Teil kommt ein Faktor wesentlich stärker vor als in den ersten beiden Teilen, der den Film definitiv am besten in Erinnerung halten wird: Emotionen.

Die Tiefgründigkeit der Charaktere nimmt zu, Entscheidungen, Dialoge und Verhalten, die diese führen, bringen einem mehrmals die Tränen in die Augen, es gibt neue und alte Bösewichte, und die Schlacht in der Mitte vom Film ist wohl für die nächsten Jahre unübertreffbar. Herr der Ringe hat sich als die grandiose Triologie entpuppt, die man in Matrix erwartet hatte.

Noch etwas zur Story – von der ich hier selbstverständlich nichts verraten werde: Das Ende vom Buch hat Peter schlicht und einfach gekappt – die letzten hundert Seiten waren ja quasi noch der finale Showdown, aber dem Film tut das unheimlich gut. Da zeigt sich wieder einmal die perfekte Umsetzung: Nach dem Ende in Mordor hat niemand wirklich noch Lust, eine weitere Schlacht zu sehen. All die wichtigen Szenen, die rausgelassen wurden, um den Film auf eine Laufzeit von 3 Stunden und 20 Minuten zu bringen, wird man, wie schon bei den ersten beiden Teilen, in der Extended DVD Edition finden (bis auf Tom Bombadil im ersten Teil – der, meiner Meinung nach, einfach nur ein Bonbon für jene ist, die das Silmarillion gelesen haben). Auf die Extended Editionen möchte ich an dieser Stelle gerne einmal hinweisen: Es gibt von jedem Teil eine Kinoversion und eine Art Director`s Cut, unter dem Namen Extended. In der Extended Edition gehen die beiden ersten Teile je etwa 40 Minuten länger, man findet eine Unmenge an neuen Szenen und Bonus DVDs, die randvoll mit Informationen zu den Dreharbeiten sind (und von der Bessenheit der Beteiligten erzählen). Wann die Extended Edition von Die Rückkehr des Königs erscheint, ist allerdings noch nicht bekannt.

Wie gesagt, Die Rückkehr des Königs ist der beste Teil der Serie, und sollte unbedingt in einem grossen Kino genossen werden. Ich bin mir sicher, dass Herr der Ringe mit den Jahren immer besser wird, wie ein guter Wein – da sollte man sich doch an ein schönes Kinoerlebnis zurückerinnern.

Einziger Kritikpunkt bei Die Rückkehr des Königs: An einigen Stellen, wohl aus Zeitdruck, waren die Spezialeffekte noch nicht ganz ausgegoren – man achte auf die Menschen in der Festung bei einer der atemberaubenden Kamerafahrten, oder auf die Spinne in Mordor. Aber das ist mehr oder weniger unwesentlich, der Spannung tut dies keinen Abbruch. Und bei über 700 Effektszenen kann man darüber auch hinwegsehen.

Noch am lesen? Langsam sollte man das Telefon in die Hand nehmen, und sich Karten für die nächstmögliche Vorstellung reservieren! Und wer so viel Sitzfleisch wie ich hat, am besten gleich für eine ganze Herr der Ringe Nacht. Ein cineastisches Ereignis wie dieses gibt es nicht jedes Jahr!

Abschliessend sollte man Peter Jackson, der mehr als sieben Jahre mit den drei Teilen verbrachte, und seinem ganzen Team um sich herum nur noch eines zu dieser Adaption von einem der meistgelesenen Bücher der Welt sagen: Danke. Wir freuen uns auf den kleinen Hobbit!