Back To Gaya.

Back To Gaya ist ein Film, den man nicht mit einem einfachen Review bewerten kann. Back To Gaya ist der erste deutsche CGI-Film. Es wurde also eine Menge Pionierarbeit geleistet, in Deutschland gab es zuvor noch kein Studio ala ILM oder Weta. Wenn man alleine diese Tatsache in Betracht zieht und sich dann den Film ansieht, kann man nur sagen: Wahnsinn!

Zur Technik: Der Film sieht extrem gut aus. Die Models sind auf höchstem Niveau, ebenso die extrem detaillierten Umgebungen und Gegenstände. Man sieht dem Film bereits nach einigen Minuten an, dass sehr viel Liebe für Details aufgebracht wurde. Die Animationen sind zum grössten Teil sauber, auch wenn es an der einen oder anderen Szene ein wenig hapert. Man achte besonders auf die Umgebungen, in jeder Szene entdeckt man teilweise auch lustige Details im Hintergrund (zum Beispiel im TV-Laden, “Nixxon”, herrlich!). Gaya selbst ist mit extrem viel Wasser und Gewächs versehen, auch dieses Wunderland beeindruckt visuell sehr.

Die offizielle Version der Filmgeschichte kann man hier ausführlich nachlesen, im Grunde genommen geht es um ein paar Gayaner, die aus ihrer Fernsehwelt heraus in unsere Dimension gerissen werden und viele Abenteuer bestehen müssen, unter anderem in der Kanalisation, einem Abrissgebäude und einer amerikanisch eingerichteten Bar. Ziel der Gayaner ist es natürlich, wieder in ihre eigene Welt zurück zu finden, dafür müssen sie einen wahnsinnigen Wissenschaftler aufspüren und besiegen. Die Locations sind wie ein Mix aus den besten Orten diverser Kindersendungen, bis auf Gaya selbst ist kein Ort wirklich originell oder “neu”, hat man alles schon einmal gesehen – allerdings nicht in so einer detailierten Version!

Was an der Story gut gefällt, ist die Verarsche an sich selbst: Dauernd sehen sich die Gayaner selber im Fernsehen, der Autor der Fernsehserie wird dauernd kritisiert und die Charaktere irgendwelchen Schubladen zugeordnet. Mit einem Augenzwinkern heben hier die Filmemacher die Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit von sich selber auf. Mutig, mutig. Und: Funktioniert!

Back To Gaya ist von der Story her zu 95% ein Kinderfilm, an dem Erwachsene zwar auch Spass haben, aber nicht auf einem Niveau wie in Shrek. Es gibt ein paar witzige Zitate von Filmen wie Mission: Impossible, aber nicht so böse wie bei Shrek. Der Film ist quasi für junge und alte Kinder. Ab und zu tut es auch einem Erwachsenen gut, sich einfach mal fallen zu lassen und die lustigen Abenteuer mit seinen Kindern zu erleben. Schöne Kinoerlebnisse vergisst man nie, oder?

Die Filmmusik allerdings stört teilweise ein wenig: Klingt sie doch streckenweise ein wenig blass und uninspiriert. Hier hätte man ruhig ein wenig dicker auftragen können! Hätte man die tollen Kamerafahrten mit richtig “brutaler” emotionaler Musik unterlegt, wären sicherlich ein paar Gänsehautmomente entstanden. Ein bisschen Schade.

Back To Gaya hat es verdient, gesehen zu werden. Man wird nicht enttäuscht. Wenn das produzierende Filmstudio Ambient Entertainment noch ein bisschen perfekter wird, haben wir bald Toy Story Niveau aus Deutschland. Back To Gaya war ein wichtiger Schritt in die CGI Richtung aus Deutschland, und die Mission ist geglückt. Viel Spass mit Buu & Zino! Wir freuen uns auf den nächsten Film.