Dawn Of The Dead.

Den neuen Dawn Of The Dead sollte man weniger als ein Remake betrachten, mehr als einen eigenständigen Film. Die Story wurde zwar grob aus dem alten übernommen, die Handlung und die Charaktere aber stark geändert. Zudem wurde der Film von einem grossen Filmstudio, Universal, produziert, und ist daher merkbar professioneller. Es gibt eine Menge animierter Effekte, einen starken Soundtrack und gute Schauspieler.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Ana, hervorragend gespielt von Sarah Polley, erzählt. Nach einem anstrengenden Tag inklusive einer Überstunde kommt sie nach Hause, legt sich mit ihrem Mann schlafen, und am nächsten Morgen, auf englisch Dawn, beginnt der Amoklauf: Ihr Mann wird von einer infizierten Mädchen, dass sich Zugang zum Schlafzimmer geschafft hat, gebissen. Ana flieht, und während ihrer Autofahrt, die in einem Crash endet, sehen wir mit weiten Shots das Ausmass des Desasters: Die gesamte Stadt liegt in Flammen, überall rennen Untote herum. Nachdem sie einen Cop und mehrere andere Personen trifft, flieht sie mit diesen in ein Kaufhaus, um sich dort zu schützen.

Via Fernsehen erfahren die dort angesammelten noch, dass man die Untoten durch einen Schuss in den Kopf schnell zur Strecke bringen kann, bevor die Fernsehsender von der Leitung gehen. Klingt ein wenig nach einem Computerspiel, ist aber wesentlich ernsthafter umgesetzt. Der Film hat einige krasse Splattershots, aber kümmert sich auch viel um die Charaktere und die Handlung. Was tun? Fliehen? Wohin? Lauter Fragen. Zudem beginnen zeitgleich mehrere Untergeschichten: Eine Frau ist schwanger, auf einem Dach in der Nähe des Kaufhauses entdecken die Leute einen weiteren Überlebenden, ein Truck mit weiteren Leuten kommt angefahren, und, und, und. In der Mitte des Filmes geht es teilweise weniger um Zombies, mehr darum, Probleme in einer so seltsamen Situation zu lösen, und wie man dies mit Teamgeist hinbekommt.

Die Charaktere wirken anfangs eher klischeehaft, aber gewinnen nach und nach an Tiefe. Der Cop, auch sehr gut gespielt von Ving Rhames, wird zunehmend verständnissvoller, Ana lernt es, sich durchzusetzten, die Securities lernen Sozialität kennen und noch viel mehr. Der Film endet nicht im Kaufhaus, oh nein, ganz wo anders. Die Story wird immer spannender, die Zombies immer mehr.

Dawn Of The Dead ist kein moralischer Zombiefilm ala 28 Days Later, er will nur ein spannender Horrorfilm sein, und dies klappt wunderbar. Filmisch ist er perfekt umgesetzt, die Kamerfahrten sind erstaunlich gut, die Story ebenso, der Soundtrack mitreissend und die Effekte öfters erschreckend. Und: Er macht verdammt viel Spass! Man wird des öfteren in den Kinosessel gedrückt von all der Spannung und den Schockmomenten, die glücklicherweise nicht allzu blöd gemacht sind, sonder das eine oder andere Mal richtig überraschen.

Für Freunde von Zombies und Horror ist dieser Film mehr als nur geeignet, er zeigt, was für ein guter Film entstehen kann, wenn man den richtigen Leuten viel Geld für sowas gibt. Und er deutet wohl auch an, in welcher Qualität die kommenden Horrorfilme sein werden, fängt doch eine Zombiewelle grade wieder an. Dawn Of The Dead hat in Amrika inzwischen fast 50 Millionen eingespielt, weitere Teile werden also sicherlich kommen. Und ehrlich gesagt: Ich freue mich drauf!

Übrigens: Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und hat ein FSK 12 Zertifikat bekommen. Scherz, FSK 18. Aber komplett ungeschnitten! Also: Nichts wie rein, und sich zu Tode schocken lassen! Viel Spass!