Creep.

Posted on 11.08.2004

In der deutsch-englischen Produktion CREEP entführt uns die neue deutsche Scream-Queen Franka Potente in die Londoner U-Bahn und zeigt uns deren Monster. Bereits die erste Sequenz im Film macht uns Zuschauern klar, dass wir es mit etwas Bösem zu tun haben: In schön dunklen Aufnahmen werden zwei Kanalarbeiter von etwas unheimlichen, das seltsame Geräusche von sich gibt, um die Ecke gebracht. Dann folgt der übliche Schnitt, und wir lernen Franka Potentes Charakter kennen, Kate ist ihr Name. Sie scheint für eine PR-Agentur zu arbeiten, denn den Kolleginnen erzählt sie auf einer Party, dass sie heute abend noch in dem Club abhängen will, in dem im Moment George Clooney ist. Natürlich nicht, um ihn nur zu sehen, am Sex ist sie natürlich interessiert, wie sie zugibt.

Um zu diesem Club zu gelangen, muss sie allerdings die U-Bahn nehmen – ein Glück, dass sie die letzte Bahn noch nicht verpasst hat. Doch während sie auf einer Bank auf das einfahren des Zuges wartet, startet der Alkohol seine Wirkung – sie schläft ein. Nach kurzer Zeit wacht sie wieder auf, doch die Türen sind bereits verschlossen – sie ist eingesperrt. Seltsamerweise fährt dennoch eine Bahn ein – sie steigt ein. Nach ein paar Sekunden Fahrt taucht plötzlich einer ihrer Kollegen auf, den sie auf der Party ein wenig heiss gemacht hatte, und fordert sofortigen Sex. Da sie auf diesen Herrn aber keine Lust zu haben scheint, setzt sie sich zur Wehr – und bevor es zur Vergewaltigung kommt, bremst der Zug ab, eine Tür springt auf und der beinahe straftätige Kollege wird von etwas aus der Bahn gerissen. Die folgenden Schreie von ihm machen Kate unwiderständlich klar, dass sich etwas nicht unbedingt menschliches über ihn hermacht, und so nimmt sie ihre Füsse in die Hand und rennt über die Schienen zur U-Bahn Station zurück, um Hilfe zu holen. In dieser findet sie, wenn auch versteckt, einen Obdachlosen, der zusammen mit seiner Freundin in einem geheimen Raum wohnt.

Zusammen mit diesem, natürlich gegen Geld, denn Klischees gibt es, um benutzt zu werden, macht sie sich nun auf, um das Rätsel zu lösen. Natürlich wird es nicht unblutig zugehen…

Wie gesagt, der Filme greift gerne und oft auf Klischees zurück, aber so geschickt wie diese versteckt plaziert wurden, funktionieren sie trotzdem. Zu den Stärken des Films kann man die Atmosphäre zählen, die dunklen Bilder und Gegenden sind an sich schon spannend. Aber die Gegenden, die teilweise tatsächlich neu im U-Bahn Film Genre sind, London sei Dank, hätte man aber ruhig etwas mehr ausreizen und noch fieser in Szene setzten können. Auch die eher unspektakuläre, unauffällige Musik unterstützt diese kühle Untergrund Atmosphäre. Franka Potente – man liebt sie oder man hasst sie – spielt wieder einmal so gut, dass sie in ihrer Rolle als Opfer voll überzeugt. Auch das Monster ist gut gelungen, allerdings wird es, als es dann endlich gezeigt wird, fast schon zu lange in Szene gesetzt. Auch die Pseudo-Hintergrund Informationen zu diesem, die via Photos eingespielt werden, hätte man sich sparen können, da sie weder Tiefe noch Sinn erzeugen. Und ab und zu gibt es auch mal einen Gag, der gerne zum verdienten Luftholen genutzt werden sollte.

Der Titel ist also Programm, und wer über die wenigen Makel hinwegsehen kann, wird zwei Stunden im Kino gut unterhalten. Das Publikum des Cinestar Metropolis (Frankfurt), dass den Film am 10. August 2004 während des 18. Fantasy Filmfestes sehen durfte, gab sogar bei der ersten Monster Szene, die wirklich böse geschockt hat, einige Schreie von sich – heutzutage eine Seltenheit.


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