A History Of Violence.

A HISTORY OF VIOLENCE wirkt auf den ersten Blick überhaupt nicht wie ein Film von Cronenberg. Und auf den zweiten auch nicht. Nein, der ganze Film ist überhaupt nicht im Cronenberg Stil! Aber auch ohne den Cronenbergschen Wahnsinn kann er überzeugen und macht richtig viel Spass.

Es geht um Tom Stall, der in einem ruhigen Dorf mit seiner Frau und seinen zwei Kindern lebt. Es ist ein Dorf, und das wird auch sehr schnell klargemacht, in dem jeder jeden kennt und man sich gegenseitig hilft. Tom hat ein kleines Cafe, seine Frau ist Anwältin und die beiden Kinder gehen noch zur Schule. Eine ganz normale Familie, sozusagen.

Doch eines Tages kommen zwei Verbrecher in Toms Cafe, und die Situation eskaliert. Doch Tom reagiert blitzschnell und bringt in einer unglaublichen Sequenz im Alleingang die beiden Verbrecher um. Bei dieser Sequenz ist der Mann hinter der Kamera allerdings unverkennbar: Da werden die Verletzungen der beiden umgebrachten Verbrecher einfach nochmals drei Sekunden lang in Nahaufnahme gezeigt. Exzessive Gewaltdarstellung, wie man sie seit KILL BILL nicht mehr gesehen hat! Danach wird Tom natürlich als Held gefeiert, doch da sein Gesicht plötzlich auf allen Fernsehkanälen in den USA zu sehen ist, kommen noch mehr unerwünschte Gäste in das Dorf, und terrorisieren Tom und seine Familie…

A HISTORY OF VIOLENCE basiert auf den Comics von John Wagner und Vince Locke. Leider kenne ich die Comics nicht und kann daher keinen Vergleich machen. Aber der Film alleine ist abgefahren: Die Schauspieler, allen voran Viggo Mortensen und Ed Harris, liefern eine tolle Show ab und wirken total cool. Die Kampfszenen sind atemberaubend und brutal, dennoch realistisch. Der Soundtrack ist eher dezent, die Kamera fällt konstant positiv auf.

Dass der Film aber nicht nur spannend und brutal ist, sondern sehr oft absurde Witze einwirft, macht ihn richtig sympathisch. Dauernd wechselt man zwischen zittern, ekeln und lachen hin und her – das macht irgendwie Spass, bei diesem Film.

Also, keinen Cronenberg wie eXistenZ oder Crash erwarten, sondern einen harten Thriller mit Witz und Gewalt. Empfehlenswert!

About the author

Jakob Montrasio

2005 nach Shanghai gezogen. Firma gegründet, Filme geschrieben und gedreht. Jetzt wieder in Deutschland, mit Frau und Tochter.

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