Darshan – L’Etreinte.

DARSHAN von Jan Kounen ist eine Dokumentation über die indische Mahatma Amma. Kounen, der bisher mit Werken wie DOBERMAN oder BLUEBERRY positiv aufgefallen ist, möchte dabei sowohl den Guru als auch die Geschäftsführerin einer Millionen Dollar schweren Hilfsorganisation hinter der Person Ammas portraitieren.

Dazu durfte er sie auf mehreren Reisen verfolgen und natürlich auch in ihrem Anwesen besuchen, wo sie zusammen mit ihren Pilgern wohnt und lebt. Kounen macht während dem Dokumentarfilm keine Kommentare oder versucht sonstwie, seine eigene Meinung auszudrücken. Aber als Zuschauer hat man es nicht leicht: Diese Amma scheint ihr Ding wirklich ernst zu meinen, sie umarmt in 21 Stunden 45.000 Menschen, um ihnen von ihrer Liebe zu geben, aber darunter sind so viele Europäer und Amerikaner, dass das Ganze eher seltsam wirkt.

Denn die Menschen scheinen nicht grade alle glücklich zu sein, geschweige denn frei von Problemen, und sich dann für eine halbe Minute von Amma drücken lassen, scheint nicht die Lösung dieser zu sein. Wie auch immer, dazu muss sich jeder selbst ein Bild machen – ich fand diese Einrichtung Ammas eher abschreckend als spirituell.

Kounens Aufnahmen von Kalkutta, Jaipur und Benares sind wunderschön und dank Steadycam System nicht verwackelt, man hat fast das Gefühl, durch ein Foto zu fliegen. Hier sind die grössten Stärken dieser Dokumentation: Solche Aufnahmen sieht man selten, und Kounen lässt sie ungewöhnlich lange laufen, so dass man viel Zeit hat, die Stimmung einzufangen.

DARSHAN ist eine gelungene, spannende, mit wunderschönen Aufnahmen ausgestattete Dokumentation einer der wichtigsten Frauen Indiens, die jedoch dass Urteil über dieser Gruppe, Sekte wäre vielleicht zu hart, dem Zuschauer überlässt.