Blood And Bones.

Sicherlich kennt jeder über diverse Ecken jemanden, der aus einer anstrengenden, kaputten Familie kommt, oder sogar selber in einer solchen war. Aber die Familie von Takeshi Kitano in BLOOD AND BONES ist wirklich die Worst-Case Familie: Der Vater säuft, schlägt und vergewaltigt die eigene Ehefrau, während er viele Arbeiter in seinem Stadtviertel zu Hungerlohn beschäftigt und sein erwirtschaftetes Geld als Kredithai verleiht.

BLOOD AND BONES zeigt diese Familie von dem Moment an, in dem sie in Osaka ankommen und immigrieren, bis zu dem Moment, an dem alle es geschafft haben, sich von dem Tyrannen Takeshi Kitano zu lösen. Intensiv wird während dem Film immer wieder gezeigt, wie die Extremisierung von normalen Problemen aussehen kann.

Die Leistungen der Schauspieler gehen unter die Haut, ebenso die Geschichte. Gut, dass Regisseur Yoichi Sai sechs Jahre lang auf Takeshi Kitano gewartet hat, und keinen anderen Schauspieler für die Hauptrolle nehmen wollte. Kitano hat für seine Leistung hier mehr als nur einen Oscar verdient.

Besonders die Zwiespältigkeit von Kitanos Figur Jyombion Kim ist einzigartig: Auf der einen Seite ist er ein brutaler Tyrann, der keine Hemmungen zu haben scheint; auf der anderen Seite vollführt er einige Taten, die ihn in ein gutes Licht zu stellen scheinen. Seine Figur ist unglaublich komplex, und man entwickelt während dem Film eine intensive Hass-Liebe zu ihm.

Bis zum bösen Ende hin wartet der Film immer wieder mit sadistischen Taten, irren Wendungen und krassen Szenen auf. Am besten beschreiben kann man BLOOD AND BONES als THE ROYAL TENEBAUMS mit viel Gewalt und Sadismus. Aber realistisch und glaubwürdig bleibt er dennoch die ganze Zeit, was ihn zu einem kleinem Meisterwerk macht.