Bandidas.

Zwei Regisseure, zwei Drehbuchautoren, und zwei mexikanische Superfrauen. Alles doppelt. Zufall oder Absicht? Ist nicht wirklich wichtig. Bandidas mit Penélope Cruz und Salma Hayek ist eine nette Komödie, die man sich einmal angucken kann – aber nichts, was man sich merkt, geschweige denn ein zweites Mal ansehen möchte. Und reiht sich damit perfekt in Luc Bessons neue Schiene “Hollywood aus Europa” ein.

Monsiuer Besson, was machen Sie nur? Seit dem brutal schlechten Megaflop Jeanne d’Arc hat Luc Besson keine Regie mehr geführt – wobei dieses Jahr endlich wieder ein neuer Film von ihm kommen soll, Angel-A – und sich fast nur noch auf das produzieren von Fast-Food-Hollywood Kino made in Europa konzentriert. Taxi, Yamakasi, The Transporter, B13, Danny The Dog… Alles nette Einmalfilme, aber keine Meisterwerke wie The Big Blue oder Léon mehr. Warum?

Vielleicht braucht er ja eine kreative Auszeit. Vielleicht kommt ja bald wieder unverhofft ein Meisterwerk. Und zugegeben, lieber leichte Filme wie Bandidas aus Europa, als Sondermüll wie xXx 2 aus Amerika. Aber wenn das jetzt nur noch so weitergeht, wird auch das traurig enden…

In Bandidas teamen Cruz und Hayek, nachdem ein böser Banker aus Amerika die Väter der beiden angeschossen bzw. getötet hat. Während Hayek Tochter eines reichen Hauses war und dementsprechend viel Bildung hat, ist Cruz das dumme, ungehebelte Landentchen. Das ist natürlich ein perfekt Mix für eine Buddy-Komödie der weiblichen Art und sorgt teilweise auch für Lacher. Es gibt sogarr einige wirklich witzige Szenen, da wäre das Kuss-Training, das Einstellen eines Banjos und noch ein paar andere.

Doch der Film spielt auf einem so kindlichen Niveau, dass selbst die spürbar vorhandene Erotik der beiden Hauptdarstellerinnen den Film nicht so richtig retten kann. Sidekick Steve Zahn hat schon neben Martin Lawrence sein Talent als Witzfigut bewiesen, und tut hier genau das gleiche wieder. Der Style des Films ist mexikanisch, und das auch hervorragend durchgezogen: Sets, Kostüme, Schauspieler: Richtig gut gemacht. Auch der Soundtrack passt sich brav dem Fiesta-Theme an und reisst nichts raus oder rein.

Schade, dass nur während dem Showdown eine visuell beeindruckende Szene kommt – Matrix lässt selbst im wilden Westen, pardon, Mexico grüssen – mit so viel Geld hätte man doch etwas mehr anstellen können? Oder ging das etwa alles für Sam Shepard drauf, der den Beiden Mujeres in einer typischen fünfminütigen Montagesequenz den Bankraub beibringt?

Mit zwei begabten und schönen Damen wie Cruz und Hayek hätte man einen so guten Film wie Closer mit Julia Roberts und Natalie Portman erschaffen können. Stattdessen wird ein Western-Kinderfilm produziert. Schade, Schade und nochmals Schade. Kein Vollblut-Western, keine Vollblut-Komödie, kein Vollblut-Drama – Bandidas ist irgendetwas dazwischen. Also nicht zu viel erwarten. Und der einzige, der nackte Haut zeigt, ist übrigens Steve Zahn – selbst die (männlichen) Augen werden ziemlich enttäuscht…

About the author

Jakob Montrasio

2005 nach Shanghai gezogen. Firma gegründet, Filme geschrieben und gedreht. Jetzt wieder in Deutschland, mit Frau und Tochter.

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