Bloody Tie.

Und noch ein Hammer aus Korea! Zwar nur durchschnittliche Cop-und-Gangster-sind-befreundet Story, aber mit einem richtig coolen Style, der Spass macht. Der Cop Do, Hwang Jeong-min (A BITTERSWEET LIFE), kooperiert mit dem kleinen Dealer Sangdo, Ryu Seung-beom (CRYING FIST), gemeinsam wollen die beiden den größten Drogenlieferanten Busans hinter Gitter bringen.

Einen HARD BOILED hat Regisseur Ho Choi glücklicherweise nicht versucht zu remaken, nein, er konzentriert sich auf seine beiden Hauptdarsteller, und wirft auch öfters mal witzige Szenen in die brutalen Bilder, die man ab und zu sieht. Dass koreanische Cops gerne mal auf die Verdächtigen draufhauen, hat man ja schon bei MEMORIES OF MURDER gesehen, aber dass Korea auch so dreckige und fiese Cops wie Do hat – eine wirklich gute Leistung von Hwang, er füllt seine Figur des öfteren mit Wahnsinn aus. Und seine Monologe während dem Film, grossartig!

Auch Ryu gibt ein gutes Schauspiel ab, seine Figur allerdings springt dauernd zwischen loyal und hinterhältig hin und her, so dass man kaum eine Chance bekommt, sich richtig mit ihm zu identifizieren. Was eigentlich nicht schlecht ist. Denn dann konzentriert man sich brav auf die verzwickte Storyline, die vor allem in der zweiten Hälfte doch einige interessante Twists parat hält.

Erwähnenswert sind weiterhin der Soundtrack und die Kamera, fast schon SNATCHig! Die rar gesäten Actionszenen sind realistisch gehalten, während der Film manchmal eher wie eine Comicverfilmung wirkt. Aber der Stil, wie gesagt, passt toll zu der verrückten Story. Ab und zu gibt es Flashbacks, die ebenso stylish sind – und meist auch irgendwie komisch. Wenn die Junkie-Frau von ihrem schlimmsten Absturz erzählt, und sie acht Stunden ununterbrochen Sex hatte, man das ganze mit einer Nachtkamera zu sehen bekommt – soll das ein Seitenhieb auf Paris Hiltons berühmtes Privatvideo sein? Auf jeden Fall ist es kreativ und einfach nur cool.

Ein Manko sollte man noch erwähnen: Die Koreaner wollen sich eindeutig von Hollywood weghalten. Anders lässt sich das bittere Ende nicht erklären. Den ganzen Film über lacht man und verfolgt gespannt, wie es weitergeht, aber wenn dann am Ende der Filmtitel visualisiert wird, blutige Verknüpfung, bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Warum spendieren uns die Koreaner nicht ein einziges Mal ein Happy End? Hier hätte es gepasst.

Aber der Rest: Große Figuren, interessante Story, fette Inszenierung – unbedingt ansehen, auf gut deutsch.