Crazy Stone.

Mit Crazy Stone hat Ning Hao nun seinen zweiten Film fertiggestellt – und wurde Teil eines Experiments: Warner Brothers China hat sich des Filmes angenommen, und startete einen Versuch gegen das mit Raubkopien überzogene Land: Weniger als zwei Wochen nach Filmstart veröffentlichte Warner bereits eine Original DVD zu dem Film, um die Raubkopierer auszutricksen. Mit Erfolg! Der Film spielte nicht nur fast das vierfache seiner Kosten von 400.000 Euro im Kino wieder ein, sondern verkaufte sich wohl auch auf DVD sehr gut.

Doch genug zu den Hintergrundfakten, kommen wir zum Film selbst. Crazy Stone ist ein “Heist” Film. Ein Film, in dem etwas gestohlen werden soll, wie in Ocean’s Eleven etwa, um den vielleicht bekanntesten Heist Film als Beispiel zu nennen. Mehrere Individuen sind an einem Stein aus Jade interessiert, an jenem Crazy Stone, auf den der Titel schon hinweist. Dieser ist einen guten Batzen Geld wert, dieser wird sehr gut bewacht. Doch dies hindert die Diebe nicht daran, mit wenig Gehirn und viel Wahnsinn loszulegen: Da robben sich die einen durch die matschige Kanalisation, da kopiert einer Tom Cruises Seilakt aus Mission: Impossible, vermisst sich aber. Da gibt es den Fotografen, der mit dem billigsten aller Tricks Erfolg hat, da ist der Wächter, der seit Tagen nicht mehr aufs Klo kann, … Wenn ich weiter aufzähle, verrate ich zu viel. Nur soviel: Es gibt einiges zum lachen.

Crazy Stone wird dem Titel gerecht, der Film ist wirklich schräg und verrückt. Die Story ist zwar einfach und relativ vorhersehbar, aber die vielen völlig kaputten Figuren bringen viel Humor ins Spiel. Dazu kommen die unglaublich tristen, aber ehrlichen HD-Bilder aus der chinesischen Großstadt Chongqing. Am Soundtrack hätte man noch etwas feilen können, aber für einen 400.000 Euro teuren Independent Film wirklich ein toller Auftakt.

Hoffen wir, dass Warner den Film und das Ergebnis als Erfolg feiert und in China kräftig weiterproduziert! Und bei dem nächsten Film die 5 Minuten lange, nicht überspringbare Anti-Raubkopie Werbung auf der DVD weglässt. Ich habe doch das Original gekauft – macht nicht den gleichen Scheiss wie die “Raubkopierer sind Verbrecher” Vollidioten, bitte.

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Jakob Montrasio

2005 nach Shanghai gezogen. Firma gegründet, Filme geschrieben und gedreht. Jetzt wieder in Deutschland, mit Frau und Tochter.

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