Curse Of The Golden Flower.

Nachdem Regisseur Zhang Yimou sich mit den Filmen Hero und House Of The Flying Daggers international einen Namen gemacht hatte, bekam er für sein neuestes Werk berühmte Altstars als Schauspieler: Zum einen Gong Li, die man zuletzt neben Colin Farrell und Jamie Foxx in Miami Vice sehen konnte, sowie Chow Yun Fat, berühmt durch John Woos ältere Actionklassiker als auch Ang Lees Crouching Tiger, Hidden Dragon.

In Curse Of The Golden Flower erzählt er die Geschichte des chinesischen Kaisers Ping (Chow Yun Fat) und seiner Königin Phoenix (Gong Li), die sich durch Geheimnisse und Verrat gegenseitig beiseite schaffen wollen. Wie in einem Schachspiel folgt Wendung auf Wendung, der Zuschauer erfährt immer mehr über die Hintergründe des Kaisers, der Kaiserin und deren drei Kinder, von denen eines aus einer früheren Beziehung des Kaisers stammt.

Während die Kaiserin nie das Herz des Kaisers gewinnen konnte und daher seit Jahren in Trauer lebt, sucht die frühere Frau des Kaisers Vergeltung, und die Kinder werden von den beiden Mächtigen wie Krieger eingesetzt, um die eigenen Interessen zu verfolgen. Zu wirr und komplex ist die ganze Geschichte, um sie in wenigen Sätzen wiedergeben zu können, aber im Film funktioniert sie ganz hervorragend.

Wer jedoch unglaubliche Kampfszenen erwartet – welche die hervorragende Vorschau ja auch verspricht – wird jedoch bitter enttäuscht. Auf spektakuläre Kung-Fu Szenen hat Zhang Yimou zwar nicht ganz verzichtet, schenkt ihnen jedoch wesentlich weniger Beachtung als in seinen beiden vorherigen Werken. Die interessanteste Kampfszene ist somit die allererste, relativ kurze, die bereits zeigt, wie weit der Kaiser den Angriffen seiner Feinde überlegen ist.

Yimou konzentriert sich mehr auf seine Figuren, vor allem Gong Li bekommt in fast regelmässigen Abständen die Gelegenheit, über Close-Ups ihren Gemütszustand zu zeigen. Das langweilt nach einiger Zeit jedoch, selbst der ansonsten unglaublich charismatische Chow Yun Fat kann in seiner Rolle nicht begeistern. Am enttäuschendsten ist der Musiker Jay Chou in der Rolle des Prinzen Jai, der so schlecht schauspielert, dass man vermuten darf, seine Anwesenheit im Film ausschliesslich kommerziellen Zwecken diente.

Loben muss man das abnormal detaillierte Setdesign und die Kleidung: Welche prachtvolle Farben! Welch unglaubliche Umgebung! Der Film ist absolutes Zucker für die Augen, und die Art, in welcher alle Frauen im Film ihren Busen zum besten geben ist für das eher prüde China auch höchst interessant. Doch mit dem wunderschönen Palast hat man auch ein Problem, da der Film an nur einem weiteren Ort statt findet: Man sieht sich satt an ihm. Weniger wäre hier mehr gewesen. Die Filmmusik ist relativ ruhig und uninteressant, sie bringt wenig Schwung in die langsame Geschichte und bleibt weder in guter noch in schlechter Erinnerung.

Curse Of The Golden Flower ist ein interessanter Film, der viel Einblick in das Leben in einem Palast in China vor etwa 1.000 Jahren gibt, dazu gibt es eine verzwickte Geschichte mit einem tollem Ende (auch wenn es extrem traurig ist), einen Actionfilm darf man jedoch auf gar keinen Fall erwarten. Yimou wollte wohl ein Drama kreieren und hat anschliessend noch ein paar Kämpfe einbauen lassen, vielleicht hätte er sich besser für eines der beiden entscheiden sollen.