Desperation.

Posted on 13.02.2007

Ein junges Ehepaar fährt durch die Wüste von Nevada, ist auf dem Weg zu einer Hochzeit. Plötzlich werden sie vor der Kleinstadt Desperation von einem Polizisten angehalten, der im Kofferraum ihres Autos auch noch einen Batzen Marihuana findet. Obwohl sie immer wieder behaupten, keine Drogen zu nehmen, geschweige denn es sich um ihr Marihuana handelt, nimmt der Polizist sie mit zur Wache.

Bereits auf der Fahrt dorthin verstehen die beiden, dass etwas nicht stimmt: Die Stadt ist leer und verlassen, überall stehen merkwürdig ruhige Tiere am Strassenrand. Auf der Wache bestätigt sich dann alles: Der verrückte Polizist hält hier wahllos Menschen gefangen.

Nach einer Befreiungsaktion, an der alle Gefangenen teilnehmen, entdecken sie schliesslich, was es mit dem Ort auf sich hat: Ein Dämon namens Tak ist in einer Mine erwacht, und giert immer mehr nach neuen Körpern für seine Seele… Nun muss die Gruppe gemeinsam einen Weg finden, den Dämonen zu besiegen, und am Leben zu bleiben, da immer wieder besessene Tiere Angriffe auf die Gefangenen starten.

Bei den Filmadaptionen von Stephen Kings Büchern gab es in der Vergangenheit sowohl angenehme als auch unangenehme Überraschungen. Gerade die TV-Verfilmungen mit ihren niedrigen Budgets konnten den Visionen Kings oft nicht gerecht werden. Doch Desperation zählt definitiv zu den angenehmeren TV-Erfahrungen. Regisseur Mick Garris schafft es, das Feeling des Buches fast perfekt auf die kleine Leinwand zu bringen. Leider nur fast, da er sich zu strikt an das Buch hält, und einige Dinge zwar im Buch, aber nicht auf der Leinwand funktionieren.

Die erste Meisterleistung war, den durchgeknallten Cop Collie Entragian mit Ron Perlman zu besetzten. Perlman hat sich als Hellboy endgültig einen Namen gemacht, aber auch seine Rolle als besessenen, völlig psychotischen Cop in Desperation wird man so schnell nicht mehr vergessen. Auch die anderen, eher unbekannteren Schauspieler leisten gute Arbeit, allen voran Tom Skerritt als John Edward Marinville.

Weiterhin kann der Soundtrack überzeugen, der meisterhaft zur spannenden Stimmung beiträgt. Die Drehorte passen ebenso optimal zum Geschehen, lediglich einige Szenen sind zu wirr geraten, und besonders der Junge mit seinen ständigem Gottes-Gerede nervt nach einiger Zeit. Alles in allem ist Desperation eine gut gelungene Umsetzung, auch wenn sich das Buch noch viel mehr für eine Kinoumsetzung mit mehr Budget und besseren Spezialeffekten geeignet hätte. Aber man kann ja nicht alles haben. Es bleiben zwei Stunden gute Unterhaltung, jedoch auf TV-Ausstrahlung abgestimmt – also nicht zu viel Blut erwarten!


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