KRAKEN

“Das Artefakt gehört in ein Museum”! Oh bitte, was für eine Vergewaltigung von Indiana Jones Sprüchen haben sich denn die Macher dieser Katastrophe erlaubt? Der 12 Jahre alte Junge Ray muss miterleben, wie seine Eltern während einer Bootsfahrt von einem riesigen Tintenfisch gefressen werden. Viele Jahre später ist aus ihm dann ansehnlicher Mann geworden, dargestellt durch Charlie O’Connell, der, falls er seine Schauspielkarriere weiter verfolgt, noch herbste Kritik ernten wird. Zufälligerweise, und in diesem Film ist einiges zufällig, was eigentlich schon genug sagt, trifft er auf Nicole, die zufällig eine Maske aus einer alten griechischen Sage in einem See in Kanada gefunden hat, und dabei einen riesigen Tintenfisch gesehen hat. Natürlich ist Rays Charakter ein moderner “Batman” und will seit dem Tode seiner Eltern jenen mysteriösen Tintenfisch auf seinem Essteller sehen. Zusammen mit Nicole und ihrer Crew begibt sich Ray auf die Fischjagd… Später mischen sich noch mehr Figuren ins Spiel, unter anderem ein griechischer Pirat, herrlich überdreht gespielt von Jack Scalia. Was für eine an den Haaren herbeigezogene Scheisse! Wesentlich Abwechslungsreicher sind zum Beispiel die Schwimmflossen und Neopren-Anzüge, die mit jedem Schnitt die Farbe ändern. Auch grossartig sind die Kostüme: Leicht unterscheiden kann man zwischen den Helden, die entweder weisse Kleidung oder einen Bikini tragen, oder den Bösewichten, die anscheinend selbst bei Bikiniwetter in langen Ledermänteln herumlaufen. Die Dialoge gehören ausgedruckt und eingerahmt, so unglaublich schlecht wie sie sind. Und der digital animierte Tintenfisch… Den hätte auch mein kleiner Bruder animieren können! Am allerschrecklichsten ist jedoch die letzte Einstellung: Hier haben sich die Macher die Möglichkeit auf eine Fortsetzung offen gelassen!