RENAISSANCE

Paris im Jahre 2054 – der totale Überwachungsstaat. Jede noch so kleine Bewegung wird von einem System namens Avalon gefilmt, so gut wie nie ist man “unsichtbar”. Trotzdem wird eine junge Frau, von Beruf Medizinforscherin, entführt, und so macht sich Detektiv Karas zusammen mit der Schwester der Entführten auf die Suche nach ihr – und entdeckt selbstverständlich eine Verschwörung, die um einiges grösser ist als erwartet…

RENAISSANCE ist ein Film Noir. Jedoch: Er ist animiert! Ein im Computer entstandener Detektiv-Krimi für Erwachsene. 2006 brach also nicht nur Del Toro mit seinem Meisterwerk PANS LABYRINTH die Regel, dass Märchen für Kinder sein müssen, auch der französische Regisseur Christian Volckman liefert hier den ersten voll-computeranimierten Kinofilm für Volljährige. Selbst in dem Gewalt-Land USA bekam der Film das so-genannte R-Rating, was aber auch auf die Nacktszenen zurückzuführen ist.

Wie auch immer: Renaissance ist ein Kunstwerk, komplett in schwarz und weiss gehalten. Wirklich nur schwarz und weiss, Grautöne gibt es so gut wie keine. Die vielen verschiedenen, komplexen Figuren sind quasi die Grautöne, sind sie doch undurchsichtig und trickreich. Wer ist gut, wer ist böse? Das ist ein Stil, den man noch nie gesehen hat, zumindest nicht über eine Laufzeit von 105 Minuten, das ist visueller Wahnsinn a la SIN CITY. Am beeindruckendsten sind durch den krassen Kontrast der zwei Farben natürlich Panoramaaufnahmen und kleine Details, die man unglaublich gut erkennen kann.

Doch das hat auch eine negative Seite: Immer wieder erwischt man sich dabei, das Bild komplett abzusuchen, um ja nichts zu verpassen – doch genau dann konzentriert man sich zu wenig auf die Story, die sich immer mehr und immer schneller weiter entwickelt. RENAISSANCE sollte man sich auf jeden Fall kaufen, nicht nur, weil es ein verdammt guter Film ist, sondern weil man ihr auch mehrmals sehen muss, um ihn komplett zu verstehen – und ihm gerecht zu werden.