Ultraviolet

Posted on 18.06.2007

Regisseur Kurt Wimmer ballerte sich 2002 mit seinem Spektakel „Equilibrium“ vor allem dank des charismatischen Hauptdarsteller Christian Bale und den exzellenten Kampfeinlagen in die Herzen der Actionfans. Mit „Ultraviolet“ wollte er, deutlich sichtbar, seinen vorgegangenen Film topen: Mehr Geld, mehr Story, mehr Action. Milla Jovovich war von Anfang an als Hauptdarstellerin geplant, und bekam auch den Zuschlag.

Sie spielt Ultraviolet, eine „Hemophage“, einen von einer Art Vampir-Virus befallenen Menschen. Die Hintergrundstory: Ein in Osteuropa entdeckter Virus wird von der Regierung missbraucht, um „Supersoldaten“ zu kreieren – schneller, stärker und intelligenter als normale Menschen. Doch der Virus macht sich breit, und die Regierung bekommt Panik vor der immer größer werdenden Masse an „Supermenschen“ – und will sie ausrotten. Dass Wimmer mit dieser Story eine mentale Brücke zu Deutschlands dunkler Vergangenheit mit den Nazis und Juden aufbauen will, merkt man spätestens bei der Szene mit dem „Lager, in welches die Infizierten transportiert wurden, und niemand wieder herauskam“.

Etwas mehr Kreativität und eigene Ideen hätten nicht nur der Hintergrundgeschichte, sondern auch dem Film selbst gut getan: Ultraviolet ballert sich 84 Minuten lang, mit einem Jungen an der Seite, der eine gefährliche Waffe sein soll, bis zur Spitze der Regierung durch, um den wahnsinnigen Gegenspieler Dexus von seinem Ausrottungsplan abzubringen. Leider übernahm Sony Pictures nach einer durchgefallenen Testvorführung die Kontrolle über Wimmers Werk und verkrüppelte seine Visionen mit einem hektischen und langweiligem Schnitt. Als ob das nicht schon schlimm genug sei, schnitt man den Film auch noch in eine blutleere FSK-12 Version um – man erhoffte sich wohl, somit mehr Jugendliche ins Theater zu locken.

Doch diese Rechnung ging nicht auf, der Film floppte. Zwar sind die Kampfszenen im einzelnen superb choreographiert, die Spezialeffekte mit viel Aufwand erstellt und die Kamerafahrten ein einziger Rausch, doch „dank“ der losen Verknüpfung der Szenen geht alles vor die Hunde. Ein Jammer, hatte Ultraviolet doch wirklich die Möglichkeit, ein modernes SciFi-Meisterwerk werden zu können.

Somit ist das einzig Gute an dem Film Milla Jovovich in ihren hautengen Lackkleidern; aber für diese Ekstase langen auch ihre leicht zu findenden Fotos im Internet.

Auf der DVD von Sony Pictures gibt es als „Special Features“ entfallene Szenen, die vermuten lassen, dass der Film in Kurt Wimmers Version wesentlich besser geworden wäre sowie ein 30 Minuten langes „Making Of“, welches spannender als der Film selbst ist und die Crew während der Dreharbeiten in Shanghai zeigt. Weiterhin erscheint der Film als „Limited Edition“ im Steelbook, als UMD für Sonys PSP und sogar auf Blu-ray, Sonys eigenem DVD-Nachfolgerformat in HD.


No Replies to "Ultraviolet"


    Got something to say?

    Some html is OK