Everything from:Filmkritik

Shape of Water.

Nachdem mich der Oscar Gewinner des letzten Jahres La La Land bitter enttäuscht hatte, war die Hoffnung mit “Shape of Water – Das Flüstern des Wassers” endlich mal einen richtig guten Oscar Film zu bekommen, verdammt groß. Denn er ist ja schließlich von Ausnahmetalent Guillermo del Toro, der mit Mimic, Hellboy, Pans Labyrinth, Blade 2 und selbst Pacific Rim fantastische Kinounterhaltung gezaubert hat. Umso bitterer die Enttäuschung, wenn man dann nach der Hälfte des Filmes merkt, was für ein billiges Fischstäbchen man sich da gerade ansehen muss. Es war einmal… Es geht um eine stumme Putzfrau, die in einem mehr oder weniger geheimen Militärkomplex arbeitet und dort in den 50ern eben putzen geht, immer in der Nachtschicht. Ihre beste Freundin ist eine dicke Schwarze, die dauernd dem Rassismus dieser Zeit ausgesetzt ist und ihr bester Freund ist der homosexuelle Nachbar, der dauernd dem Rassismus dieser Zeit ausgesetzt ist. Dieses Team an Außenseitern, die dauernd dem Rassismus der Zeit ausgesetzt sind (in einem Jahr, in dem es dank Trump täglich um den Rassismus der aktuellen Zeit geht), wird Elisa Esposito, so heißt die gute Putzfrau, dabei helfen, mit einem geheimnisvollen Fischwesen, welches in Südamerika als Gott gehuldigt wurde, und nun in jenem […]

Read More…

Men: The Door (門)

Wie auch schon der chinesische Überraschungserfolg des letzten Jahres, CRAZY STONE, entstand der Horrorfilm MEN – THE DOOR in Chongqing, einer Metropole mit 32 Millionen Menschen. Der perfekte Ort, um einen Charakter aufzubauen, um welchen herum sich dauernd alles im Wandel befindet, nichts stetig ist, und man sowohl Job als auch die Liebe leicht verlieren kann – und zum Psychopathen wird. Regisseurin Shaohong Li inszeniert eine tragische Geschichte um die Figur Jiang herum, hervorragend verwirrt gespielt von Chen Kun, der innerhalb kürzester Zeit seinen tollen Job verliert, ausgerechnet, weil sein bester Freund seine Firma aufkauft. Und er auch noch von seiner langjährigen Freundin verlassen wird, die natürlich, wie das Schicksal es will, jenen besten Freund heiratet – des Geldes wegen, wie Jiang vermutet. Tagelang sitzt er in seinen tristen Wohnung herum, nur durch Glas von der hektischen Aussenwelt abgeschirmt, und verliert langsam seinen Verstand. In bestem Cronenberg-Stil wird der Zuschauer durch trickreiche Rückblenden und ersonnene Fantasien in die Gedanken-Abgründe Jiangs gezogen. Durchgehend hört man als Voice-Over Jiangs Gedanken, seine Gefühle und Emotionen, und kann so leichter nachvollziehen, was geschieht. Bis zum unglaublichen Twist während des Showdowns verfolgt man Jiang, und wie er vergeblich versucht, die Abläufe und Entscheidungen seiner Freunde […]

Read More…

Lemming

Der Eröffnungsfilm der 58. Filmfestspiele von Cannes war seltsam – es nicht einfach, ihn in eine Kategorie zu packen. Der Film ist witzig, traurig, verwirrend und dramatisch zugleich. Es geht um Alain Getty, der für ein Unternehmen arbeitet, welches Produkte für den Haushalt herstellt. Sein neuestes Produkt ist eine fliegende Webcam, mit der man sein Haus jederzeit und von überall kontrollieren kann. Sein eigenes Leben hat er allerdings nach einem Vorfall mit einem Lemming nicht mehr unter Kontrolle, und plötzlich weiß weder der Zuschauer, noch er selber, was eigentlich gerade passiert. Weitere wichtige Figuren in diesem verwirrenden Spiel sind sein Boss, dessen exzentrische Ehefrau und seine eigene Ehefrau. Dauernd wendet sich die Story, und rennt von Vorfall zu Vorfall, ohne etwas richtig zu erklären. Beispiel: Diese exzentrische Ehefrau seines Boss versucht ihn zu verführen, schafft es aber nicht, geht daraufhin dennoch zu seiner Ehefrau und erzählt ihr von dem Vorfall. Die Reaktion dieser sind eher bescheiden – warum? Außerdem sind die Todesfälle und Morde auch nicht ganz so einfach zu verstehen und zu verdauen. Übernimmt die Ehefrau plötzlich die Seele einer anderen? So viele Fragen, so wenig Antworten. Zu mysteriös, das Ganze… Nach einer Stunde oder so habe ich einfach […]

Read More…

Dark Water.

Dark Water ist der langerwartete neue Film vom Ringu Regisseur Hideo Nakata. Es geht um die geschiedene Yoshimi, die das Sorgerecht für ihre Tochter Ikuko bekommen will. Zusammen mit ihr zieht sie in eine kleine, gemütliche Wohnung nahe Ikukos neuem Kindergarten, doch die Wohnung, nein, das ganze Gebäude hat ein schreckliches Geheimnis, und so werden die beiden immer mehr und intensiver von Geistern und Wasser gequält… Okay, sagen wir es sofort: Dark Water kann Ringu nicht das Wasser reichen, hehe. Die Story ist zwar spannend und Spannung kommt auch auf, aber der Schuss Genialität wie bei Ringu fehlt einfach! Es liegt auch nicht an den Schauspielern, diese sind hervorragend. Auch Kamera und Ton: Perfekt. Nein, es liegt wohl doch an der teilweise auch vorhersehbaren Story, die einfach nicht so wahnsinnig mitreißend ist wie damals die Ringu – Videokassetten Idee. Wenn man zB Ju-On: The Grudge guckt, bekommt man im Grunde genommen exakt die selbe Rahmenhandlung: Person trifft auf Haus mit Geistern und muss Rätsel lösen. Dark Water ist auch hinsichtlich der Schockmomente schwächer als Ju-On: The Grudge oder Ringu, ich bin für meinen Teil vielleicht 2, 3 Mal zusammengezuckt, bei Ju-On: The Grudge oder Ringu aber um 10, 15 Mal. […]

Read More…

Alexandra’s Project.

Steve hat heute Geburtstag. Seine Kinder wünschen ihm alles gute, bevor er zur Arbeit fährt. Dort wird er zweimal in den Konferenzraum gerufen – einmal, um eine kleine Überraschungsparty zu bekommen und ein zweites Mal, um gesagt zu bekommen, dass er befördert wird. Es ist Steve’s Tag. Bis er nach Hause kommt. Denn dort erwartet ihn Alexandra’s Projekt – das Projekt einer sexuell frustrieerten Ehefrau, die ihrem Mann per Video klarmacht, welche Fehler über all die Jahre begannen hat… Alexandra’s Project hat dauernd diese Momente, in denen man wegsehen oder weghören möchte. Da werden übelst brutal Scherze gemacht, die mir, um ehrlich zu sein, sogar einen Schritt zu krass waren, da werden so ehrlich Vorwürfe gemacht, dass man sich fragt, ob das jetzt noch Fiktion ist oder das Privatleben vom Drehbuchautor. Ich für meinen Teil stehe eher auf leichte, gerne auch intelligente Filme, aber so extrem ehrliche Filme wie Alexandra’s Project sind mir einfach…. zu tiefgründig. So Story’s wie hier hat jeder schon in seinem Privatleben genug, natürlich auf andere Art und Weise, aber das muss man doch nicht auch noch im Kino sehen. Alexandra’s Project ist ein sehr gut iszenierter Low-Budget Film mit tollen Schauspielern und einer guten Story, […]

Read More…